DER LEO ROCKT

unten rauscht der Rotenbach, oben die Roben.

Der Rotenbach fließt wieder ungehindert durch sein neues unterirdisches Bett, die Stadt hat sich technisch für die Zukunft gewappnet, die einladenden Tische

und Stühle der Gastronomie ringsum sind wieder an Ort und Stelle und die aufgerissene Oberftäche ist kunstvoll vernarbt.



So ähnlich muss es einst zugegangen sein am „Leo“, dem Platz, der nach dem badischen Großherzog Leopold benannt ist und gerade eine Frischzellenkur der intensiven Art genossen hat.

Rund zwei Jahre lang wurde hier quasi alles auf den Kopf gestellt. Rohre raus, Tunnel rein, Leitungen und so allerlei mehr erneuert. Ein Kra akt, nicht nur was den Bau anbelangt sondern auch die Kreativität, mit welcher Tourismus und eine so viele Monate andauernde „Operation am offenen Herzen“ geschultert wurden. Selbst eine eigene Homepage wurden dem zentralen Punkt, an dem sich schon seit jeher der Verkehr kreuzte, gewidmet. Ob Web-Cam-Eindrücke oder Neuheiten, die Wiedergeburt des „Leo“ konnte auch aus der Distanz miterlebt werden. Die anfängliche Schockstarre wich einer ganz eigenen neuen Identifikation mit einer Baugrube, die ganz sicherlich als eine von Deutschlands schönsten betrachtet werden darf. Künstlerisch aufgemotzte histo- rische Aufnahmen, fetzig bunt inszeniert,

 


zierten den Bauzaun mit seinen „Gucklöchern“, durch die das Treiben der Bagger und Buddler beobachtet werden konnte.

So manches, was dieses staubige Intermezzo nach sich zog, konnte sich durchaus sehen lassen. Statt des Freisitzes des Amadeus wurde kurzerhand eine große Terrasse in provisorischer Bauweise errichtet, die einen prominenten Blick über den gesamten Platz ermöglichte. Sie ist ebenso wieder verschwunden, wie der Kiosk-Container, der den historischen Zeitungsverkauf und mehr für viele Monate in Richtung Kurhaus-Kolonnaden verbannte. Stattdessen ist wieder alles wie es war. Nur besser eben.

Der Rotenbach fließt wieder ungehindert durch sein neues unterirdisches Bett, die Stadt hat sich technisch für die Zukun gewappnet, die einladenden Tische und Stühle der Gastronomie ringsum sind wieder an Ort und Stelle und die aufgerissene Ober äche ist kunstvoll vernarbt. Weg sind sie, die Platten, die unter dem vorüberrollenden Busverkehr immer wieder ihren Halt verloren. Stattdessen gibt es ein apartes Schachbrettmuster, das mehr Stabilität verheißt.