SPASSMUSIKER DER EXTRAKLASSE

Ein Schelm im Schafspelz ist er. Einer, der auf seine ganz eigene Art und Weise immer das letzte Wort haben muss.

Jetzt hat er mehr als das. Seit seinem Au ritt beim Mr. M‘s Jazzfestival ziert Helge Schneiders Sammlung

neben vielen anderen Auszeichnungen auch der in Baden-Baden verliehene Joachim-Ernst-Berendt-Preis.

Den gab es weder für seine Filme oder Erzählungen, noch für seine Hörspiele und schon gar nicht fürs Katzenklo. Denn hinter all diesen Masken, die der Künstler zur Schau stellt, verbirgt sich vielmehr ein Jazz-Musiker in Reinkultur. Ein humorvoller allerdings. In dessen Brust schlagen unübersehbar zwei Herzen: das eines Schelms und das des Vollblutmusikers.

Der grei in die Tasten oder auch zum Saxophon als gäbe es kein Morgen und

zeigt auch auf einer Bühne voller groß- artiger Musiker, dass er sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Auf fas- zinierende Weise. Denn der Bierernst oder eine Mimik, die eine unglaubliche Anstrengung wiederspiegelt, die scheint ihm völlig fremd.

Stattdessen spielt er respektlos schön, völlig unbeeindruckt von Ambiente und Kollegen, mit denen er auf eine ganz spezielle Weise zu harmonieren scheint, mit dem Helge Schneider-Faktor eben. Großen Applaus für einen lauten und zugleich doch sehr leisen Künstler, der sein Licht nicht nur unter den Scheffel stellt sondern überall dorthin, wo gerade großartige Musik angesagt ist.